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Autogene Psychotherapie Helfried Tiemeyer, Twistringen - www-autogene-psychotherapie-de

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mutig-sein, los-lassen und kommenlassen
Es war Alfred Adler, der erstmals der Lebensbewegung, der Lebenslinie, dem Lebensstil des Individuums eine komplexe Theorie gegeben hat. Ihm zufolge strebt Jede und Jeder von uns aus einer Mangellage (Minderwertigkeit, Abhängigkeit, Hilflosigkeit) in einer Kompensationsbewegung zur Macht (Machtstreben), eben zur Bewältigung dieser Mangellage. Also vom Minus zum Plus.

Die Entwicklung des Gemeinschaftsgefühls war für Adler maßgeblich, wenn wir uns gesund fühlen wollen. Wir brauchen Gleichwertigkeit in unseren Beziehungen und in unserem Erleben. Das ist sicher erstrebenswert.

Die Erlebnisse unserer Vergangenheit sind in der Entwicklung unseres Lebensstils prägend. Wir leiden allerdings nicht an unserer Vergangenheit, sondern daran, was die Vergangenheit bzw. was wir aus den Ereignissen unbewusst gemacht haben. Wir leiden an unseren lebensstiltypischen Zielen (Finalität). Und hieran lässt sich eben auch selbsttherapeutisch arbeiten.

Einmal am Beispiel betrachtet:

Werden wir in unserem Leben zu früh allein gelassen, in unserer Entwicklung unterdrückt, bilden wir unbewusst lebensstiltypische Grundannahmen: die uns die Welt z.B. als unsicher, die Menschen als unzuverlässig, das Leben als Kampf oder gar als gefährlich erscheinen lassen. Vor diesem Hintergrund streben wir in der Kompensation (in der Neurose in der Überkompensation) vielleicht danach, besonders angepasst, fleißig oder perfekt zu sein, um den negativen Gefühlen zu entgehen.
Die individualpsychologisch-psychoanalytische Behandlung strebt es an, dem Einzelnen eine Entwicklung zu ermöglichen, dass er schließlich die Wahlfreiheit hat, sein Leben weiterzuführen wie bislang, oder dass er seine Ziele ändert (Umfinalisierung). Deswegen erinnern wir uns an die Geschehnisse der Vergangenheit, um letztlich dem Wiederholungszwang der Neurose zu entrinnen.
 
Im Beispiel gesehen dient die Behandlung dazu, nicht mehr nach der Geborgenheit und Liebe einer Mutter zu suchen, wo sie nicht zu finden ist, oder der Anerkennung eines Vaters nachzulaufen …; sich von diesen Zielen zu lösen, die uns in der Krankheit (Neurose) festhalten. Hierzu gehören sowohl der innere Abschied von den Eltern als auch das Lösen aus den Idealen, die uns am Annehmen unserer selbst hindern. Trauer und Enttäuschung müssen bewältigt werden.
 
In der autogenen Arbeit liegt die „Lösung“ nicht in der Befolgung eines Hinweises zur Verhaltensänderung. In der autogenen Arbeit lösen wir uns aus der Zwangsläufigkeit des inneren Geschehens, aus dem Wiederholungszwang (Freud).

Die organismische Umschaltung hilft uns dabei, sich aus den meist verkrampft sich wiederholenden Fixierungen überhaupt erst lösen zu können. In der Körper-Selbst-Beseelung können wir vielleicht zudem das Notwendige nachentwickeln, was uns in den frühen Jahren als Grundlage für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung verwehrt geblieben ist. Auch dies fördert unsere Möglichkeiten, los-zu-lassen.
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