aus der Schule der Nacht
In der Nacht, also im Nachtnerv, finden „Reparaturarbeiten“ und Leistungen statt, die lebensnotwendig sind zu unserer Selbsterhaltung. Sowohl körperlich als auch seelisch. Es geht um unsere Selbstheilungskräfte. Es ist bekannt, dass wir ohne Schlaf nicht lange lebensfähig bleiben. Nur von einer Harmonisierung und Entspannung zu reden, als das, was im Schlaf oder beim autogenen Üben passiert, wird den Vorgängen im Nachtnerv also nicht gerecht.
Die „organismische Umschaltung“ führt uns im Autogenen in die schlafähnlichen, körperlich-seelischen Verhältnisse der Nacht. Wir schalten beim autogen Üben vom Sympathikus zum Parasympathikus, vom Tagnerv zum Nachtnerv und wieder zurück. Dies wissen wir aus der Lehre über das vegetative Nervensystem.
Auch im Seelischen herrschen im Nachtnerv veränderte Verhältnisse. Nämlich die Verhältnisse des veränderten Bewusstseins, die wir als traumähnlich verstehen. Als einen Zustand in Trance. Aus der Schlafforschung wissen wir heute, dass unser Hirn nachts aktiver ist, als tagsüber.
Träume sind zu allen Zeiten ernst genommen worden
Sigmund Freud hat u.a. anhand der Beschäftigung mit eigenen Träumen seine Psychoanalyse entwickelt. Bis heute gilt die Arbeit mit dem Traum dem Psychoanalytiker als Königsweg im Verständnis des Unbewussten.
Während die alte Psychoanalyse noch davon ausging, dass der Tagtraum lediglich eine Realitätsflucht sei, wissen wir heute, dass die Verhältnisse beim Tagtraum ähnlich sind, wie die Verhältnisse im Nachttraum. Sodass wir uns auch in der Tagtraumarbeit und erst recht in der Arbeit mit dem meditativen Traum auf die komplexen, hermeneutischen Theorien der psychoanalytischen Schulen beziehen können.
Der Traum ist ein Neubeginn